Was kann ich gegen Liebeskummer und Trennungsschmerz tun?

01.01.2016

Eine Trennung ist immer sehr schmerzhaft und sorgt in den meisten Fällen für starken Liebeskummer bei Frauen und selbstverständlich auch bei Männern. Die erste Frage lautet da oft: Was kann ich tun? Die wenigsten Trennungen gibt es im gegenseitigen Einvernehmen, denn meist ist es einer der Partner, der den Schlussstrich zieht und geht. Derjenige, der zurückbleibt, ist dann oft mehr oder weniger überrumpelt und natürlich entsprechend verletzt. Eine Trennung lässt den verlassenen Partner oft in einer Art Schockstarre zurück und es fällt ihm schwer, noch an Aktivitäten teilzunehmen, wenn die Trauer zu groß wird. Es ist normal, dass es einem dann schlecht geht und der Liebeskummer tief sitzt. Und ja: Trennungsschmerz ist eine ganz normale Reaktion. Immerhin ist gerade ein Mensch gegangen, den man einmal sehr geliebt hat oder immer noch liebt. Mit Liebeskummer und Trennungsschmerz geht jeder anders um, was uns zur Frage treibt:

Was kann ich gegen Liebeskummer und Trennungsschmerz tun?

Ist der Liebeskummer von Männern anders als der von Frauen?

Man kann es sich kaum vorstellen, aber tatsächlich sind es die Männer, die stärker unter Liebeskummer und Trennung leiden als die Frauen. Das ist relativ einfach zu erklären:

  • Männer sind es gewohnt, die Kontrolle zu haben: Ein Verlassenwerden bedroht ihr Selbstwertgefühl ganz erheblich.
  • Männer sind es wenig gewohnt, ihre Gefühle zu äußern und darüber zu sprechen.
  • Männer sehen sich beim Verlassenwerden eher als Verlierer. Und wer verliert schon gerne?

Wird ein Mann verlassen, stürzt er sich nach der Trennung gern in seine Arbeit, in alte oder auch neue Hobbies, in wilden Aktionismus, vielleicht auch vermehrt in Alkohol oder sucht in Windeseile nach einer neuen Partnerin. Hier wirkt die feste Tagesstruktur durch den Arbeitsplatz und die finanzielle Absicherung recht hilfreich, da Frauen im Gegensatz zu den Männern nach einer Trennung schon einmal nach einem Job suchen oder die Kinderbetreuung umorganisieren müssen.

Was tue ich am besten bei Liebeskummer?

Das erste was Ihr tun könnt, ist Euren Liebeskummer überhaupt zuzulassen. Lasst ruhig die Tränen fließen und es ist in diesem Moment auch ein wenig Selbstmitleid in Ordnung. Aber achtet auch darauf, dass Ihr Euch etwas Gutes tut und nicht nur traurig an die verlorene Beziehung denkt. Es fällt zwar sicherlich sehr schwer und uns ist bewusst, dass wir auch den Anschein von Besserwisserei erwecken, aber es ist wichtig neben aller Trauer auch an etwas Schönes zu denken. Das kann ein netter Freund oder eine nette Freundin sein, ein leckeres Essen, ein tolles Buch oder einfach ein langes Bad. Natürlich möchtet Ihr Euch jetzt am liebsten in Eurem Bett einrollen, oder? Klar, das dürft Ihr für eine Weile, aber vergesst nicht alle Eure Kontakte darüber. Kommunikation ist ausgesprochen wichtig, um sich nach und nach einfach besser fühlen zu können. Geht unter Leute, Shoppen oder besucht einen guten Freund oder eine gute Freundin. Vor allem ist auch eines ganz wichtig: Es ist absolut sinnfrei, genau herauszufinden, wer die Schuld an der Trennung hat. Das kostet nur Kraft und bringt den Partner oder die Partnerin nicht zurück. Und am Ende bleibt auch noch die Erkenntnis, dass kein Liebeskummer ewig dauert.

Und was sollte ich bei Liebeskummer nicht tun?

Hier gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die Ihr besser lassen solltet, wenn Ihr Euren Liebeskummer und den Schmerz über die Trennung bald überwinden wollt:

  • Verdrängungstaktik: So tun, als ob nichts geschehen wäre
  • Sich Ersatz in Form von Alkohol, Essen oder Tabletten suchen
  • Überstürzt Entscheidungen treffen: Wohnung kündigen, Haus verkaufen, Arbeitsplatz wechseln
  • Ganz schlimm: Telefonterror beim Partner
  • Auch schlimm und ein klassisches „No Go“: Rache und den Partner anschwärzen – bei Freunden oder beim Arbeitgeber
  • Sich vollkommen zurückziehen
  • Alles tun, damit der Partner zurückkommt: Kleinmachen und betteln hilft nicht auf Dauer – das geht ebenfalls gar nicht
  • Sich vernachlässigen

Welche Phasen durchlebt man bei Liebeskummer?

Liebeskummer und Trennung bedeutet Schmerz und Verletzung und damit große Trauer. Wie bei jeder Art von Trauer gibt es auch bei Liebeskummer verschiedene Phasen:

Verleugnen und Nicht-Wahrhaben-Wollen

In dieser Phase glauben wir an einen bösen Traum, aus dem wir nur aufwachen müssen und alles ist wieder gut. In dieser Hoffnung leben wir und kämpfen um jede Chance, den Partner doch noch umzustimmen. Als Folge erzählen wir niemanden von unserer Trennung und bemühen uns verstärkt um unseren (Ex-)Partner. Vermutlich wird er die Trennung trotzdem endgültig vollziehen und wir kommen danach in die nächste Phase:

Die Phase der großen Gefühle

Wenn alle Hoffnung nun doch dahin ist, bricht sich die Verzweiflung Bahn. Das kann tatsächlich bis zu echten Depressionen gehen. Wir glauben, dass wir ohne unseren Partner nicht mehr weiterleben können und unsere Gedanken kreisen nur noch darum, was wir verloren haben. Nichts, aber auch gar nichts, vermag unsere Verzweiflung zu vermindern. Die Frage nach dem „Warum“ quält uns, aber wir finden einfach keine Antwort, oft kommt die Angst dazu, das Leben nicht allein bewältigen zu können. Körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Magenschmerzen, Migräne, Appetitlosigkeit, Konzentrationsstörungen und noch einiges mehr können sich einstellen. Gegen Ende dieser Phase kommt dann die Wut, möglicherweise mit Rachegedanken.

Neuorientierung

Nach der Wut in Phase 2 kommt sie: Die Phase der Neuorientierung und wir sehen langsam wieder Licht am Ende des Tunnels. Zwar schmerzt die Trennung noch, aber wir können uns unser Leben mittlerweile schon ohne unseren Partner vorstellen. Wir ziehen Bilanz.

Die letzte Phase: Unser neues Gleichgewicht

Endlich ist es soweit: Wir haben unseren Frieden wiedergefunden. Auch wenn wir noch ab und zu ein wenig Traurigkeit oder Wut empfinden, sind doch die heftigen Gefühle vom Beginn der Trennungsphase endgültig passé. So langsam beginnen wir, neue Perspektiven für uns und unsere Zukunft zu sehen

Und das heißt?

Wir alle durchlaufen diese Trennungsphasen unterschiedlich intensiv und auch unterschiedlich lange. Aber diese vier Phasen durchlaufen wirklich alle von uns. Und leider ist es auch so: Je mehr wir emotional an unseren Partner gebunden waren, desto härter fällt für uns die Zeit nach der Trennung aus. Und logischerweise ist dann auch der Liebeskummer größer.

Wovon hängt es ab, wie groß der Liebeskummer ist?

Ganz entscheidend für die Stärke des Kummers ist es, wie sehr wir unseren Partner gebraucht haben ... oder geglaubt haben, zu benötigen. Auf gar keinen Fall dürfen wir uns einreden, dass wir den Partner brauchen, um überhaupt leben zu können und dass wir ohne ihn nicht glücklich sein können. Außerdem hängt das Ausmaß unseres Liebeskummers ganz entscheidend von diesen Faktoren ab:

  • Das Alter: Junge Menschen empfinden Liebeskummer häufig heftiger als ältere.
  • Unsere Fähigkeit, mit Verlust umgehen zu können
  • Unsere bisherigen Erfahrungen mit Verlusten überhaupt: Haben wir gelernt, damit umzugehen?
  • Unser Selbstvertrauen: Je größer das Vertrauen in uns selbst ist, umso geringer ist auch der Liebeskummer.
  • Unsere finanzielle Situation: Sind wir finanziell unabhängig und abgesichert, haben wir weniger Angst vor einer Trennung
  • Unserer Zufriedenheit: Je zufriedener wir im Beruf oder in der Freizeit sind, desto besser kommen wir mit dem Verlust des Partners zurecht.
  • Unserem sozialen Netzwerk: Je mehr Freunde wir haben, mit denen wir über unsere Sorgen und unseren Schmerz sprechen können, desto besser kommen wir über den Liebeskummer hinweg.
  • Und nicht zu unterschätzen bei Eltern: Die Regelung von Betreuung und Sorgerecht der Kinder.

Überwindung von Trennungsschmerz und Liebeskummer: Ein Fazit

Wenn wir mit unserem Partner zusammenkommen, uns in ihn verlieben, haben wir die Vorstellung, dass wir bis zum Tod zusammenbleiben – Romantik pur also. Wir rechnen gar nicht mit einer Trennung und setzen hohe Erwartungen in unsere Partnerschaft. Wir wollen glücklich sein und uns geliebt fühlen. Damit geben wir die Verantwortung für unser Wohlbefinden an den Partner oder die Partnerin ab. Er oder sie ist zuständig für unser Glück. Bei einer Trennung bedeutet das, dass wir unserem Partner nichts mehr wert sind und sind natürlich unglücklich. Wir werden mit einer Vielzahl von Verlusten konfrontiert:

  • Verlust des geliebten Partners
  • Verlust gemeinsamer Pläne
  • Verlust unserer Rolle als Partner bzw. Liebhaber
  • Verlust des „Paar“-Status
  • Verlust des Heims
  • Finanzielle Verluste
  • Verlust gemeinsamer Freunde
  • usw., usw. ...

Oft stellen wir uns auch die Frage, was wir wohl falsch gemacht haben. Und schließlich: Wenn der Partner oder die Partnerin fremdgeht oder ständig mit anderen flirtet, fühlt man sich zurückgesetzt, ungeliebt und gekränkt. Man wünscht sich doch nichts sehnlicher, als dass die eigene Liebe erwidert wird. Und wenn unsere Liebe nicht auf Gegenliebe trifft, leiden wir. Nutzen wir nach einer Trennung den Liebeskummer als kreative Kraft und ziehen Bilanz, denn niemand ist wirklich sicher vor Trennungsschmerz und Kummer.

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